HML Capital AG

Marius LauermannProgramme

PROFI Hamburg

Das Programm für Innovation (PROFI) fördert Forschungs- und Entwicklungsprojekte für neue oder verbesserte Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, darunter auch Umweltinnovationen. Antragsberechtigt sind Unternehmen mit Betriebsstätte in Hamburg. Je nach Fördermodul sind Einzelprojekte sowie Kooperationen zwischen Unternehmen oder mit Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen möglich. Die Förderung soll die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Hamburger Unternehmen stärken und zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen.

Steckbrief

  • Förderart: Zuschuss
  • Fördermodule: PROFI Standard: themenoffene Einzelvorhaben; PROFI Transfer: themenoffene Verbundvorhaben; PROFI Transfer Plus (EFRE): Verbundvorhaben in den Zukunftsfeldern der Regionalen Innovationsstrategie, mit mindestens einem beteiligten KMU; PROFI Umwelt / PROFI Umwelt Transfer: Einzel- beziehungsweise Verbundvorhaben für Umweltinnovationen
  • Antragsberechtigte: Unternehmen mit Betriebsstätte in Hamburg; in Transfermodulen auch Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Hamburger Betriebsstätte im Verbund mit Unternehmen
  • Projektdauer: Keine allgemeine Höchstdauer angegeben
  • Förderquote: KMU-Höchstquoten für industrielle Forschung / experimentelle Entwicklung: Standard und Umwelt bis zu 70 % / 45 %; Transfer und Umwelt Transfer bis zu 80 % / 55 %; Transfer Plus (EFRE) bis zu 80 % / 60 %. In Transfermodulen setzen die Höchstquoten eine wirksame Zusammenarbeit voraus. Durchführbarkeitsstudien: bis zu 70 %, außer in Transfer Plus (EFRE)
  • Höchstförderung: Regulär bis 500.000 Euro je Einzelvorhaben in Standard und Umwelt; bis 1 Million Euro je Verbundvorhaben in Transfer und Umwelt Transfer; bis 2 Millionen Euro je Verbundvorhaben in Transfer Plus (EFRE)
  • Verfahren: Förderantrag bei der IFB Hamburg; in Transfer Plus (EFRE) über ein elektronisches Datenaustauschsystem
  • Einreichungsfrist: Kein fester Stichtag in der Richtlinie angegeben
  • Fördergeber: Behörde für Wirtschaft und Innovation für Standard, Transfer und Transfer Plus; Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft für Umwelt und Umwelt Transfer
  • Bewilligende Stelle: Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg)

Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind Unternehmen mit Betriebsstätte in Hamburg. Die Module PROFI Standard und PROFI Umwelt fördern Einzelvorhaben von Unternehmen.

In PROFI Transfer, PROFI Umwelt Transfer und PROFI Transfer Plus sind Konsortien aus mindestens zwei Unternehmen oder aus Unternehmen und Hochschulen beziehungsweise Forschungseinrichtungen antragsberechtigt. Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen grundsätzlich eine Betriebsstätte in Hamburg haben und mit einem antragsberechtigten Unternehmen kooperieren. In PROFI Transfer Plus muss mindestens ein beteiligtes Unternehmen ein KMU sein.

In begründeten Ausnahmefällen können Unternehmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen ohne Betriebsstätte in Hamburg antragsberechtigt sein, wenn Hamburg ein erhebliches Interesse am Zuwendungszweck hat, dieser nicht anders erreicht werden kann und sie mit einem Hamburger Partner kooperieren.

Welche Projekte werden gefördert?

Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsprojekte für neue oder wesentlich verbesserte Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Dazu zählen industrielle Forschung, experimentelle Entwicklung und – außer in PROFI Transfer Plus – Durchführbarkeitsstudien. Die Vorhaben können von der Gewinnung neuer Kenntnisse bis zur Entwicklung und Erprobung von Prototypen, Demonstratoren und Pilotprojekten reichen.

  • Themenoffene Forschung und Entwicklung: PROFI Standard und PROFI Transfer unterstützen Vorhaben ohne Beschränkung auf einzelne Technologiefelder.
  • Zukunftsfelder der Regionalen Innovationsstrategie: PROFI Transfer Plus fördert größere Vorhaben in Gesundheit, Klima und Energie, Mobilität, Materialwissenschaften und Neue Materialien sowie Data Science und Digitalisierung.
  • Umweltinnovationen: PROFI Umwelt und PROFI Umwelt Transfer fördern Technologien, Verfahren und Dienstleistungen für den Klima- und Umweltschutz, beispielsweise zur Ressourcen- und Materialeffizienz oder Kreislaufwirtschaft. Zusätzlich kann eine Ökobilanz gefördert werden.

Die Vorhaben müssen im Wesentlichen in Hamburg durchgeführt werden, Aussicht auf Erfolg haben und zeitgerecht umsetzbar sein. Ihre Gesamtfinanzierung muss gesichert sein; die Projektkosten müssen wirtschaftlich angemessen sein. Vor Erlass des Bewilligungsbescheids darf das Projekt noch nicht begonnen haben.

Es muss nachvollziehbar sein, dass das Vorhaben ohne öffentliche Förderung nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung zustande käme. Zudem soll es zur Schaffung oder Sicherung von Arbeitsplätzen in Hamburg beitragen.

In den Transfermodulen ist eine wirksame Zusammenarbeit erforderlich: Die Partner legen das Vorhaben gemeinsam fest, leisten Beiträge und teilen Risiken und Ergebnisse. Auftragsforschung oder Unteraufträge allein erfüllen diese Voraussetzung nicht.

In PROFI Transfer Plus muss das Vorhaben eine konkrete Produkt- oder Prozessinnovation entwickeln oder deren Entwicklung mittelbar fördern. Zudem darf es die Umweltziele nach dem Do-No-Significant-Harm-Prinzip nicht erheblich beeinträchtigen.

Wie hoch ist die Förderung?

PROFI gewährt Zuschüsse als Anteilsfinanzierung. Regulär sind in PROFI Standard und PROFI Umwelt bis zu 500.000 Euro je Einzelvorhaben, in PROFI Transfer und PROFI Umwelt Transfer bis zu 1 Million Euro je Kooperationsprojekt und in PROFI Transfer Plus (EFRE) bis zu 2 Millionen Euro je Kooperationsprojekt möglich. In begründeten Ausnahmefällen können höhere Zuschüsse gewährt werden.

Bei Unternehmen bilden die nachgewiesenen, förderfähigen Projektkosten die Bemessungsgrundlage. Den nicht durch den Zuschuss gedeckten Kostenanteil trägt das jeweilige Unternehmen selbst. Die Förderquote hängt von Forschungskategorie, Unternehmensgröße, Fördermodul und möglichen Kooperationszuschlägen ab.

Für KMU gelten einschließlich der jeweils anwendbaren Zuschläge folgende Höchstquoten:

  • PROFI Standard und PROFI Umwelt: Bis zu 70 % für industrielle Forschung und bis zu 45 % für experimentelle Entwicklung.
  • PROFI Transfer und PROFI Umwelt Transfer: Bei wirksamer Zusammenarbeit bis zu 80 % für industrielle Forschung und bis zu 55 % für experimentelle Entwicklung.
  • PROFI Transfer Plus (EFRE): Bei wirksamer Zusammenarbeit bis zu 80 % für industrielle Forschung und bis zu 60 % für experimentelle Entwicklung.
  • Durchführbarkeitsstudien: Für KMU bis zu 70 %; in PROFI Transfer Plus (EFRE) nicht vorgesehen.

Diese Höchstwerte sind für kleine Unternehmen erreichbar; für mittlere Unternehmen gelten niedrigere Quoten. Der Kooperationszuschlag setzt entweder eine Zusammenarbeit mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen voraus, die mindestens 10 % der förderfähigen Kosten tragen und eigene Ergebnisse veröffentlichen dürfen, oder eine Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen, von denen mindestens eines ein KMU ist und keines mehr als 70 % der förderfähigen Kosten trägt.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Betriebsstätte in Hamburg können für nichtwirtschaftliche Tätigkeiten bis zu 100 % ihrer förderfähigen Kosten erhalten. Förderfähig sind dabei nur zusätzliche Projektkosten, die nicht durch die Grundfinanzierung gedeckt sind. Für wirtschaftliche Tätigkeiten gelten die Unternehmensquoten.

Welche Kosten sind förderfähig?

  • Personal: Förderfähig sind Kosten für Forschende, Technikpersonal und sonstiges projektbezogen eingesetztes Personal. In PROFI Transfer Plus (EFRE) erfolgt die Abrechnung über festgelegte Personal-Einheitskostensätze.
  • Instrumente und Ausrüstung: In den übrigen Modulen sind Kosten förderfähig, soweit und solange die Gegenstände für das Projekt genutzt werden. Werden sie nicht während ihrer gesamten Lebensdauer im Projekt eingesetzt, zählt nur die während der Projektlaufzeit anfallende Abschreibung.
  • Externe Leistungen: In den übrigen Modulen können Auftragsforschung, zu Marktbedingungen erworbenes Wissen und Patente sowie ausschließlich projektbezogene Beratung und gleichwertige Dienstleistungen berücksichtigt werden. Laufende betriebliche Standardleistungen sind ausgenommen.
  • Gemein- und Betriebskosten: In den übrigen Modulen werden zusätzliche Gemein- und Betriebskosten pauschal mit 15 % der unmittelbar projektbezogenen Personalkosten berücksichtigt. Kooperierende Forschungseinrichtungen können unter bestimmten Voraussetzungen stattdessen einen wirtschaftsprüferlich bestätigten Gemeinkostensatz abrechnen.
  • Restkosten in PROFI Transfer Plus (EFRE): Eine Pauschale von 40 % der förderfähigen Personalkosten deckt sämtliche weiteren projektnotwendigen Kosten ab, etwa Ausrüstung, Lizenzen, Fremdleistungen, Material, Reisen und Gemeinkosten. Sie ist nur anwendbar, wenn sie neben Gemeinkosten auch direkte Projektkosten abdeckt.
  • Ökobilanz: Für KMU können in PROFI Umwelt und PROFI Umwelt Transfer zusätzlich Kosten für die Bewertung ökologischer Auswirkungen entlang des Lebenszyklus berücksichtigt werden.

Die konkrete Anerkennung richtet sich nach dem Fördermodul und den geltenden Abrechnungsvorgaben. Für PROFI Transfer Plus (EFRE) gelten zusätzlich die EFRE-Förderbestimmungen.

Wie läuft das Antragsverfahren ab?

Antragstellende reichen einen Förderantrag mit den erforderlichen Unterlagen bei der IFB Hamburg ein. Dazu gehören insbesondere eine Projektbeschreibung, Kosten- und Finanzierungsangaben, die Arbeitsplanung sowie eine Marktanalyse und Vermarktungsstrategie.

Für PROFI Transfer Plus (EFRE) erfolgt die Antragstellung über ein elektronisches Datenaustauschsystem. Das Antragsformular muss zuvor auf der Internetseite der IFB Hamburg freigeschaltet werden. Die IFB Hamburg prüft den Antrag und entscheidet über die Förderung.

Wann ist die Einreichungsfrist?

Für Förderanträge ist kein fester Einreichungsstichtag in der Richtlinie angegeben. Die Richtlinie gilt bis 31. Dezember 2026.

Wie werden die Fördermittel ausgezahlt und abgerechnet?

Die Fördermittel werden nachträglich zur Erstattung angefallener Projektkosten ausgezahlt. Förderempfänger rufen die anteiligen Zuschüsse entsprechend dem Projektfortschritt bei der IFB Hamburg ab und legen dafür entsprechende Nachweise vor. In der Regel sind halbjährliche Zwischenberichte erforderlich.

Der Verwendungsnachweis ist innerhalb von sechs Monaten nach Erfüllung des Förderzwecks einzureichen, spätestens mit Ablauf des sechsten Monats nach Ende des Bewilligungszeitraums. Er umfasst einen Sachbericht zur Mittelverwendung und den erzielten Ergebnissen sowie einen zahlenmäßigen Nachweis der Einnahmen und Ausgaben entsprechend dem Finanzierungsplan.

Welche weiteren Anforderungen gelten?

  • Erfolgskontrolle: Unternehmen berichten nach Projektabschluss und für die folgenden sechs vollen Geschäftsjahre jeweils bis 31. März über den wirtschaftlichen Erfolg im Vorjahr. Dazu gehören unter anderem Arbeitsplätze, Patente und Umsätze; in den Umweltmodulen auch umweltrelevante Kennzahlen. Werden Projektergebnisse nicht verwertet, ist dies zu begründen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen im nichtwirtschaftlichen Bereich sind von dieser Berichtspflicht ausgenommen.
  • Standort und Projektergebnisse: Während des Bewilligungszeitraums und der folgenden sechs vollen Geschäftsjahre kann die bewilligende Stelle eine Rückzahlung verlangen, wenn der Sitz oder die geförderte Betriebsstätte aus Hamburg verlagert oder geschlossen wird. Gleiches gilt bei Verlust des KMU-Status infolge des Erwerbs von mindestens 25 % des Kapitals oder der Stimmrechte durch ein Nicht-KMU sowie bei Veräußerung der Projektergebnisse an Dritte.
  • Aufbewahrung und Prüfung: Förderbezogene Unterlagen sind mindestens zehn Jahre nach Auszahlung aufzubewahren und auf Verlangen innerhalb einer gesetzten Frist von höchstens 20 Arbeitstagen vorzulegen. Die Fördermittelverwendung kann auch vor Ort geprüft werden.
  • Transparenz: Einzelbewilligungen über 100.000 Euro werden innerhalb von sechs Monaten nach Gewährung für zehn Jahre öffentlich zugänglich gemacht, unter anderem mit Empfänger, Förderziel und Beihilfehöhe. In PROFI Transfer Plus (EFRE) müssen Antragstellende zusätzlich der Veröffentlichung von Förder- und Projektangaben in einschlägigen Verzeichnissen zustimmen.
  • Kumulierung: In PROFI Transfer Plus (EFRE) dürfen dieselben Ausgaben nicht zusätzlich aus anderen Europäischen Fonds gefördert werden.

Weitere Fragen?

Wir von der HML Capital AG beantworten Ihre Fragen zum Förderprogramm gerne kostenfrei und unverbindlich. Schreiben Sie uns eine E-Mail, rufen Sie uns an oder vereinbaren Sie einen Gesprächstermin.

Über den Autor

Marius Lauermann ist Gründer und Partner der Fördermittelberatung HML Capital AG. Seit mehr als 10 Jahren unterstützt er Startups und mittelständische Unternehmen dabei, öffentliche Zuschüsse für Innovationsprojekte zu beschaffen.

Hinweis: Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Maßgeblich sind die jeweils geltende Förderrichtlinie sowie die offiziellen Informationen des Fördergebers und der zuständigen Programmstelle.

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