Marius LauermannProgramme
SPRIND Challenge „Engineering Microbial Consortia“
Die SPRIND Challenge „Engineering Microbial Consortia“ unterstützt die Entwicklung robuster, kreislauffähiger Biomanufacturingprozesse für nachhaltige Chemikalien und Materialien. Sie richtet sich an Hochschulforschungsgruppen, Forschungseinrichtungen, Start-ups, etablierte Unternehmen, Inkubatoren und Teams ohne bestehende Rechtsform. Voraussetzung ist ein Vorhaben mit mikrobiellen Konsortien und einem glaubwürdigen Weg zur kommerziellen Umsetzung. Das dreistufige Challenge-Verfahren ist fachlich anspruchsvoll; entscheidend sind Sprunginnovationspotenzial, technische und kommerzielle Umsetzbarkeit, Teamkompetenz und Kosteneffizienz. Mit einer individuellen Festpreisvergütung von bis zu 4,3 Millionen Euro je Team bietet die vorkommerzielle Auftragsvergabe passenden Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben attraktive Finanzierungsperspektiven.
Steckbrief
- Vergabeart: Vorkommerzielle Auftragsvergabe (Pre-Commercial Procurement, PCP) mit individueller Festpreisvergütung
- Teilnahmeberechtigte: Hochschulforschungsgruppen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Start-ups, etablierte Unternehmen, Inkubatoren sowie Teams ohne bestehende Rechtsform
- Vorhaben: Entwicklung und Demonstration konsortienbasierter Biomanufacturingprozesse für nachhaltige Chemikalien und Materialien
- Vergütungsmodell: Individueller Festpreis auf Basis der Kostenschätzung des Teams
- Vergütungshöchstbetrag: Bis zu 4,3 Millionen Euro je Team, zuzüglich Umsatzsteuer, sofern diese anfällt
- Laufzeit: Voraussichtlich 38 Monate
- Verfahren: Dreistufiges Challenge-Verfahren mit Online-Bewerbung und Jury-Auswahl
- Einreichungsfrist: 16. November 2026, 11:00 Uhr (MEZ)
- Auftraggeber: SPRIND GmbH – Bundesagentur für Sprunginnovationen
Wer kann teilnehmen?
Teilnahmeberechtigt sind Hochschulforschungsgruppen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Start-ups, etablierte Unternehmen, Inkubatoren sowie Teams, die zum Zeitpunkt der Bewerbung noch keine Rechtsform gegründet haben. Teams mit Sitz in der Europäischen Union, der Europäischen Freihandelszone oder dem Vereinigten Königreich können teilnehmen. Teams außerhalb dieser Regionen müssen glaubhaft darlegen, dass das Vorhaben in Deutschland angesiedelt werden soll. Einzelne Teammitglieder oder Kooperationspartner:innen können ihren Sitz außerhalb dieser Regionen haben.
Teams ohne bestehendes Unternehmen, einschließlich Hochschulforschungsgruppen, müssen zum Beginn der ersten Stufe eine Gesellschaft gründen und ihre Ausgründungspläne bereits in der Bewerbung erläutern. Alle Teams müssen einen nachvollziehbaren Kommerzialisierungsplan vorlegen und darlegen, wie der Zugang zu geistigem Eigentum, Personal und relevanten Partnerschaften gesichert wird. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung und spätere kommerzielle Umsetzung konsortienbasierter Biomanufacturingprozesse sowie der Aufbau nachhaltig tragfähiger Fertigungskapazitäten.
Welche Vorhaben sind gesucht?
Gesucht werden Vorhaben zur Entwicklung robuster, kreislauffähiger und integrierter Biomanufacturingprozesse für nachhaltige Chemikalien und Materialien. Die Prozesse sollen mikrobielle Konsortien einsetzen und durch KI-gestützte Design-Build-Test-Learn-Zyklen fortlaufend weiterentwickelt werden. Sie müssen einen glaubwürdigen Weg zu einer kommerziellen Anwendung eröffnen und langfristig zur Schließung von Stoff- und Kohlenstoffkreisläufen beitragen können.
Die Ausschreibung definiert keine formalen Themenlinien. Sie stellt jedoch insbesondere folgende Anforderungen an die eingereichten Vorhaben:
- Konsortienbasierte Produktionsprozesse entwickeln: Entwicklung und Demonstration von Fermentationsprozessen, in denen mehrere mikrobielle Stämme oder Arten zusammenwirken. Die Verfahren sollen auch bei für Produkt, Markt und Anwendung relevanten Variationen von Rohstoffen, Betriebsbedingungen, Zusammensetzung des Konsortiums oder metabolischer Belastung eine gleichbleibende Leistung ermöglichen.
- Prozessleistung messen, vorhersagen und regeln: Aufbau von Mess-, Daten- und Modellierungsansätzen zur Überwachung des Prozesses sowie zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung von Abweichungen. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sollen genutzt werden, um quantitative Vorhersagen zu treffen, Experimente zu steuern und die Prozessregelung weiterzuentwickeln.
- Integrierte Prozesse demonstrieren und kommerziell validieren: Verknüpfung von Rohstoffaufbereitung, biologischer Umwandlung, Messung, Prozessregelung und Produktrückgewinnung zu einem durchgängigen Herstellungsprozess. Die Teams sollen ihre Lösungen unter realistischen Bedingungen betreiben, gegenüber der stärksten glaubwürdigen Alternative vergleichen und durch technoökonomische Analysen sowie Ökobilanzen bewerten.
Die Vorhaben müssen ein erhebliches Sprunginnovationspotenzial aufweisen, technisch und wirtschaftlich umsetzbar sein und einen nachvollziehbaren Weg zur Kommerzialisierung darlegen. In der dritten Stufe ist eine Engineering-Demonstration unter den für die kommerzielle Produktion vorgesehenen Bedingungen vorgesehen; ein Engineering-Sample soll die Kundenabnahmeprüfung bestehen.
Welche Vergütung erhalten die Teams?
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen einer vorkommerziellen Auftragsvergabe (Pre-Commercial Procurement, PCP). Die ausgewählten Teams erhalten eine individuelle Festpreisvergütung, die auf ihrer mit der Bewerbung eingereichten Kostenschätzung beruht. Die Vergütungsobergrenze beträgt über alle drei Stufen hinweg bis zu 4,3 Millionen Euro je Team, zuzüglich Umsatzsteuer, sofern diese anfällt. Die Challenge ist auf einen Zeitraum von voraussichtlich 38 Monaten angelegt.
Die Vergütung ist nach Entwicklungsstufen gestaffelt:
- Stufe 1: bis zu 1,2 Millionen Euro je Team
- Stufe 2: bis zu 1,3 Millionen Euro je Team
- Stufe 3: bis zu 1,8 Millionen Euro je Team
Über die Festpreisvergütung hinaus finanziert SPRIND gemeinsame Dienstleistungen. Dazu gehören die Konservierung, Wiederbelebung und Qualitätskontrolle mikrobieller Konsortien, die Erstellung und Aufbereitung von Datensätzen sowie externe Robustheitsprüfungen. Diese Leistungen werden nicht auf die Vergütungsobergrenze des jeweiligen Teams angerechnet.
Wie läuft die Bewerbung ab?
Das Verfahren ist dreistufig:
- Bewerbung und Auswahl für Stufe 1: Interessierte Teams reichen ihre Bewerbung über das Online-Einreichungsformular von SPRIND ein. Die Bewerbung soll insbesondere das Sprunginnovationspotenzial des Vorhabens, den Arbeitsplan, die technische und kommerzielle Umsetzbarkeit, die Kompetenzen des Teams sowie das Budget und die geplante Mittelverwendung erläutern. Eine Jury bewertet die Bewerbungen anhand der Kriterien Sprunginnovationspotenzial, Umsetzung, Team und Kosteneffizienz. Bis zu zehn Teams werden für die erste Stufe ausgewählt.
- Stufe 2: Nach Abschluss der ersten Stufe reichen die teilnehmenden Teams einen Bericht zum Entwicklungsstand ein. Auf Grundlage der erreichten Meilensteine und der Bewertung durch die Jury werden bis zu fünf Teams für die zweite Stufe ausgewählt.
- Stufe 3: Nach Abschluss der zweiten Stufe reichen die verbliebenen Teams erneut einen Bericht zum Entwicklungsstand ein. Die Jury wählt bis zu drei Teams für die dritte Stufe aus. In dieser Stufe wird der integrierte Prozess unter Bedingungen demonstriert, die für die spätere kommerzielle Produktion vorgesehen sind.
Bis wann muss die Bewerbung eingereicht werden?
Bewerbungen müssen bis zum 16. November 2026, 11:00 Uhr (MEZ) über das Online-Einreichungsformular von SPRIND eingereicht werden. SPRIND behält sich vor, Termine im weiteren Verfahren zu ändern; die betroffenen Teilnehmenden werden darüber rechtzeitig informiert.
Ist eine Bewerbung sinnvoll?
Wir prüfen unverbindlich, ob Ihr Vorhaben grundsätzlich zur SPRIND Challenge „Engineering Microbial Consortia“ passt, welche Anforderungen an die technische und kommerzielle Umsetzung erfüllt sein müssen und ob weitere passende Finanzierungsinstrumente infrage kommen. Senden Sie uns Ihre Fragen per E-Mail oder buchen Sie direkt einen unverbindlichen Termin.
Über den Autor
Marius Lauermann ist Gründer und Partner der Fördermittelberatung HML Capital AG. Seit mehr als 10 Jahren unterstützt er Startups und mittelständische Unternehmen dabei, öffentliche Zuschüsse für Innovationsprojekte zu beschaffen.
Hinweis: Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Ausschreibung, die Teilnahmevereinbarung und die offiziellen Informationen von SPRIND in ihrer jeweils geltenden Fassung.
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